Heul doch! Weinen im Coaching

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weinen

In der XING-Gruppe "Coaching-Convention" wurde heute eine Diskussion übers Weinen im Coaching-Kontext gestartet. Macht man das? Darf man das? Soll man das?

Hier der Link zur Diskussion: https://www.xing.com/communities/posts/coaching-convention-menschen-bewegen-menschen-1008126244

Wer nicht auf XING ist, kann hier meinen Beitrag dazu lesen:

 

weinen2Ob meine Klienten weinen dürfen?

Klar. Natürlich. Selbstverständlich.

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Weinen im Coaching mag ich so beschreiben: Der Impuls zu weinen entsteht aus einer Art Erschütterung, die mit Gefühlen wie Ohnmacht, Hilflosigkeit oder Wut einher geht.

Oft entsteht diese Erschütterung sehr plötzlich. So, als würde auf von einem Moment auf den anderen eine Erkenntnis aufblitzen, die den Klienten fassungslos macht.

Und wenn der Klient in diesem Moment die Fassung verliert, öffnen sich manchmal wortwörtlich die Schleusen, und die Tränen fließen.

Welche Funktion das hat? Ich weiß es nicht. Mir scheint aber, dass eine emotionale Reaktion direkter und unzensierter sichtbar wird, wenn sie durch Weinen begleitet wird. Ob das Weinen nun die seelische Öffnung befördert oder die Öffnung das Weinen...?

Im Coaching-Kontext kann das Weinen noch eine andere Bedeutung haben. Den meisten Klienten scheint es unangenehm zu sein, direkt vor mir – der da ruhig und gefasst ihnen und ihrem Leid gegenüber sitzt – zu weinen, denn in dem Moment gibt es keine Maske mehr. Kein Zeichen von Hochstatus, Stärke, Souveränität. Nur Schwachsein, Verletzbarkeit, Scham. Wer zeigt das schon gern und gibt dafür auch noch Geld aus…

Der Moment danach aber ist es, auf den es jetzt ankommt. Der Klient beruhigt sich wieder und erkennt nach und nach: Ich lebe noch. Die Welt ist nicht untergegangen. Der Mann da auf dem anderen Stuhl begegnet mir immer noch respektvoll und wertschätzend.

Das Weinen im Coaching kann einem Höllenritt durchs tiefste Tal gleichkommen, nach dem es nur noch aufwärts geht in dem Bewusstsein: Geschafft! Bestanden!

Und so kann der Klient eine Erfahrung der Schwäche in eine Erfahrung der Stärke transformieren. In diskretem Rahmen, vertrauensvoll und vielleicht auch mit ein wenig Humor.

Ergänzung: Meine weiblichen Klienten weinen eher als die männlichen, wobei mir der Impuls bei beiden gleicht scheint – nur haben die Cowboys mehr Übung ihn zu unterdrücken ;-)

 

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Fotos: © Amir Kaljikovic - Fotolia.com (o.) | © igor - Fotolia.com (u.)

 

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Was ist richtig, was ist falsch?

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love

Wer muss nicht denken, dass wir in verrückten Zeiten leben?

Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg, berufliche und private Entscheidungen nicht mehr nur im Kopf zu fällen sondern auch mit Herz und Bauch. Immer mehr Workshops und Seminare offerieren Orientierung jenseits von Power Point und Höher-Schneller-Weiter.

Eine Entwicklung, die Hoffnung keimen lässt, dass sich etwas ändert. Dass wir Menschen neue Möglichkeiten entdecken, unser Zusammenleben freundlicher, entspannter und kooperativer gestalten.

gewalt-1Aber! Je mehr Herzen sich öffnen, desto mehr bricht sich auch das entfesselte Böse Bahn. Der selbsternannte Kalif der IS berauscht sich mit seinen Männern an einem Blutbad, das nicht mehr vorstellbar schien – dagegen wirken die Schlächtereien und Provokationen aus Nigeria, Nordkorea oder Russland schon fast wie Kaffeekränzchen.

Was ist der Mensch bloß für ein Mensch? Und wie soll man mit diesem Wahnsinn umgehen?

Noch geht es uns in diesem Teil der Welt sehr gut. Wir haben Zeit und Muße, uns wütend in Wer-Hat-Recht- und Wer-Ist-Schuld-Schlachten zu bekriegen. Ist zwar nervig, aber immerhin fließt kein Blut beim Klick auf Senden in den Kommentarspalten.

Wie aber verhalten wir uns, wenn wir uns nicht mehr raushalten können? Wenn eine Kalifen-Bombe plötzlich in einem deutschen Bahnhof hochgeht?

Ziehen wir uns ins Private zurück und binden aus sicherer Entfernung weiterhin alle Menschen in unser Gebet mit ein? Oder setzen wir eine Grenze gegenüber Menschen, die ihre Menschlichkeit aufs Schlimmste verraten haben?

Wann ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir uns entscheiden müssen? Erst wenn die Bombe hochgeht – oder schon heute, wo hierzulande IS-Anhänger öffentlich Sympathie fürs Schlachten zeigen? Wo einig Länder weiter bereits ganze Dörfer und Völker massakriert werden?

gewalt-2Ist es Ausdruck liebevoller Haltung, in keinem Fall selbst zum Kämpfer zu werden, ganz gleich was hier oder zehntausend Kilometer weiter geschieht? Oder ist es Ausdruck tätiger Liebe, Lebensbedrohten beizustehen, auch wenn dies die Aufgabe pazifistischer Ideale bedeutet?

Ich gebe zu: Ich weiß es nicht. Im Moment rette ich mich damit, ab und an den News-Strom zu stoppen, um nichts mehr hören zu müssen. Manchmal kann ich das Elend einfach nicht mehr ertragen.

Ist das verständlich, oder ist es Selbstmitleid? Schnöde und billig angesichts der Menschen, die das Elend ertragen müssen, dessen Berichte mir schon zu viel sind?

Was ich mir dringend wünsche, ist eine ehrliche und breite Debatte – auch im Bundestag und in den relevanten politischen Organen – über genau diese Fragen:  Raushalten oder Eingreifen? Diskutieren oder Ausweisen? Die andere Wange hinhalten oder zurückschlagen?

Wie kann ich mich so verhalten, dass Liebe, Herz und Menschlichkeit sichtbar bleiben – und zwar so, dass ich weder meine Werte noch meine Grenzen noch das Recht Anderer auf Unversehrtheit verrate?

gewalt-3Ein Spagat, der mir jetzt gerade unmöglich scheint. Das Einzige, was gewiss ist, dass alte Gewissheiten immer weniger taugen.

Vielleicht ist genau das gemeint mit dem Baum der Erkenntnis. Wir Menschen haben die Freiheit und die Möglichkeit, die Herrlichkeit Gottes in uns sichtbar zu machen – und wir müssen erkennen, dass wir auch genau die andere Seite in uns tragen.

Ist es genug, dafür zu sorgen, dass man selber auf der Seite der Liebe bleibt? Oder hat man die Pflicht, die auf der anderen Seite lieblos aufzuhalten?

Was ist richtig, was ist falsch?

 

PS. Manchmal ist es schon verrückt... Im selben Moment wie dieser Beitrag erscheint, veröffentlicht Leon de Winter diesen Artikel in der F.A.Z.: 
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-barbarei-der-dschihadisten-im-namen-des-schwertes-13106443.html

 

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Ein guter Ort für neue Wege

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Mullerthal / Luxemburger Schweiz, 2014 – Aufnahmen von Harald Berenfänger

 

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Heilsversprecher und ihre Opfer

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In Facebook schrieb gerade eine Kollegin über Robert Betz: "Ich persönlich kann ihn weder sehen noch hören ohne körperliche Abwehrreaktionen zu haben. Aber das hab ich oft, wenn es nach 'Guru-Tum' riecht" und verlinkte dabei einen Beitrag der Sekten-Info NRW. Ich wollte das kurz kommentieren, aber dann sind es doch ein paar mehr Gedanken geworden, weshalb ich meinen Kommentar hier platziere.

Viele der Dinge, die Robert Betz in seinen Veranstaltungen tut, sind nichts Besonderes, per se auch nicht schädlich und manches auch hilfreich.

Das Problem entsteht an anderer Stelle: Heilsversprecher ziehen naturgemäß bevorzugt solche Seminarteilnehmer an, die verunsichert durch die Welt gehen und sich lieber an der Stärke eines „Erleuchteten“ aufrichten anstatt die mühsame Arbeit der Ausbildung eigenen Selbstbewusstseins und tragfähiger Selbstliebe auf sich zu nehmen.

An dieser Rob hyronsganz normalen Faulheit und Feigheit ist nichts Verwerfliches – sie ist zutiefst menschlich. Ein verantwortungs- voller Coach/Trainer/Redner erkennt dies jedoch bei seinen Teilnehmern – und gibt ihnen ihre eigene Verantwortung für sich selbst zurück.

Es kann verlockend sein, eine immer größer werdende Schar von Menschen um sich zu sammeln, die einen anhimmeln und verehren – auch Eitelkeit ist zutiefst menschlich, und außerdem lässt sich von solchen Menschen finanziell gut leben – aber! Man verrät dabei die eigenen Fähigkeiten, den eigenen Anspruch als Helfer sowie die eigene Würde als Coach/Trainer/Redner.

By the way: Wer an die ewige Wiederkehr in neuen Körpern glaubt, wird dafür wohl auch irgendwann einen Preis zahlen...

Noch schlimmer aber ist, dass man die Menschen verrät, die einem das Vertrauen schenken. Es reicht nicht aus, Suchende und Beladene freundlich aufzunehmen und ihnen glaubhaft zu versichern, dass es besser werden kann und sie zu den "Auserwählten" gehören, die das jetzt und hier erleben! Man muss ihnen immer auch deutlich machen, dass jeder daran arbeiten muss, sich so schnell wie möglich wieder von seinem Helfer zu lösen und eigenständig in seinem persönlichen Umfeld für Besserung zu sorgen.

Es ist verlockend, aus der realen Welt herauszugehen und sich so oft wie möglich in Seminaren, Coachings, Vorträgen oder Retreats aufzuhalten, denn dort ist die Luft gesättigt mit Perspektive und Optimismus – aber eben nur dort. Sobald man diesen Raum verlässt, ist man wieder auf sich allein gestellt. Und wer sich in den heilsversprechenden Räumen nicht fit gemacht hat für die Veränderungsarbeit „draußen“, der kehrt alsbald wieder in den Space des Kuschelnests zurück.

Ich habe Robert Betz nicht persönlich erlebt, kenne aber einige Bücher und Meditationen. Es gelingt ihm hervorragend, das Versprechen hochzuhalten, dass sich genau in diesen Tagen alles zum Besseren wenden wird. Dies tut er jeden Tag unermüdlich aufs Neue. Und vielleicht ist es ja auch so; vielleicht gelingt der Menschheit ja die Überwindung ihres selbst geschaffenen Wahnsinns... Das wäre wunderbar, und ich wäre sehr gerne dabei. 

Bis es wahr wird, bleibt es eine Behauptung – als solche für manche eine Botschaft, die sie ihr Leid ertragen hilft und für manche eine Droge, die sie aus ihrem Leid flüchten lässt.

Die Sekten-Info NRW urteilt über viele Methoden in der Persönlichkeitsentwicklung in einer Art, die an den Wissensstand der Menschheit erinnert, als diese noch an die Erde als Scheibe glaubte... Von daher nehme ich die Beiträge dort selten ernst.

Zugute halten darf man ihr, dass sie unermüdlich darauf hinweist, dass auch auf dem Feld der Persönlichkeitsentwicklung Suchtpotenziale lauern, die von manchen gerne (aus-) genutzt und genährt werden.

Von daher: Vieles, was Robert Betz tut, bekommt man auch woanders – oft schneller und preiswerter und verantwortungsvoller. Vieles, was er behauptet, macht viel Sinn und lädt ein, die eigenen Probleme neu zu betrachten.

Aber auch: Kein Coach/Trainer/Redner wird Menschen retten oder ins Paradies führen. Wer was anderes behauptet, macht sich schuldig.

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Grafik: © Rob hyrons - Fotolia.com

 

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Wege zur Gesundheit #2

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gesundheit

Nach dem großen Erfolg im Juni und auf vielfältigen Wunsch aller Beteiligten wird die Veranstaltung "Wege zur Gesundheit" fortgesetzt.

Am Sonntag, den 24. August 2014 findet nun zum zweiten Mal die Veranstaltung "Wege zur Gesundheit" statt – es präsentieren sich an diesem "Gesundheitsfestival" Behandler verschiedener Art. Sie stellen ihre Arbeit vor und referieren über spannende Themen rund um die Gesundheit.

Auch ich bin wieder dabei, worüber ich mich sehr freue!

Man kan sich an diesem Tagen von allen Behandlern auch direkt vor Ort in der Praxis behandeln lassen.

Speisen und Getränke werden ebenfalls angeboten, so dass man genüsslich den Tag vor Ort verbringen kann und Körper, Geist und Seele eine wohltuende Auszeit genehmigen darf.

Alle Infos hier

 

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Führung ohne Führungskräfte?

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mansem-klGeht das? Kann ein Unternehmen vorankommen und dabei ohne Menschen auskommen, die die Führung bekommen?

Wächst gerade eine Generation heran, die neue Wege geht in Sachen Leadership und Selbstorganisation? In der aktuellen Ausgabe geht managerSeminare dieser Frage nach, und abgebildet werden auch kurze Stellungnahmen von acht Experten:

Meine können Sie gleich hier lesen

 

 

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Am 26. Juni ist Bärengedenktag

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Feiern Sie mit: Heute, am 26. Juni, ist Bärengedenktag 

In seinem Buch „Das Hotel New Hampshire“ schreibt John Irving, dass jeder Mensch dann und wann jemanden braucht, der ihn im Leben begleitet: „We need a good smart bear“.

Vieles schaffen wir alleine, und manchmal geht es leichter und schneller, wenn wir jemanden an unserer Seite wissen, der die richtigen Fragen stellt, ermutigt und neue Perspektiven ermöglicht. In diesem Sinne:

...jeder braucht einen Bären

 

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Fotos: © Fotolia.com (Bär) | © Harald Berenfänger (John irving) 

 

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Coaching aus der Verbundenheit heraus

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Die Art und Weise, wie wir uns unsere Welt machen, beruht in hohem Maße auf Vorgängen des Trennens, des Scheidens und der Zerlegens in Bestandteile. Das eröffnet ungeheure Möglichkeiten des Verstehens und des Entwickelns technischer Fertigkeiten. Zugleich aber fordert dieses Denken seinen Preis.

Der Preis des analytischen Denkens besteht in der Annahme, dass unsere Welt und Wirklichkeit aus
verbundenheit-2unzähligen getrennten Einheiten bestünde, die zwar ineinander greifen, letztlich aber getrennt und eigenständig voneinander bestünden.

Trotz aller Einsen-Und-Nullen-Möglichkeiten ahnen wir aber, dass es so linear nicht um uns bestellt sein kann, und so entwickeln wir immer komplexere Modelle, wie wir wieder zu uns selbst und zueinander finden können.

Diesem Wunsch nach einem Wieder-Zusammenwachsen liegt aber immer noch die o.g. Annahme des Getrennt-Seins zugrunde, und so ist es an der Zeit, unsere bisherige Grundannahme durch eine neue, passendere zu ersetzen, die so lauten könnte:
Alles, was ist, ist miteinander verbunden – Trennung ist Illusion.

* * *

„Es könnte doch sein, dass wir an sich miteinander verbunden sind und es eher darum geht, diese Verbindung nicht zu stören, sondern sie zu fördern, indem wir gute Bedingungen dafür schaffen, dass Sie ungestört wirken kann.“ [1]

So drückt es Insa Sparrer aus, und in einem Bericht über eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung heißt es:

„Das Bild, das sich nun abzeichnet, deutet darauf hin, dass die hirnübergreifenden Netzwerke Bereiche der beiden Gehirne [zweier Musiker] verbinden, die bereits zuvor mit sozialer Kognition und Musikproduktion verbundenheit-3assoziiert wurden. Solche hirnübergreifenden Netzwerke entstehen vermutlich nicht nur beim Musizieren. ‚Wir gehen davon aus, dass Hirnwellen unterschiedlicher Personen sich auch dann synchronisieren, wenn Menschen ihr Handeln auf andere Weise koordinieren, etwa beim Sport, oder wenn wir miteinander kommunizieren’, sagt Johanna Sänger.“ [2]

Rupert Sheldrake, der sich intensiv mit der Erforschung der Morphischen Felder befasst, sieht eine Art Eins-Sein in Raum und Zeit:

„Morphische Resonanz beinhaltet eine Art Fernwirkung sowohl räumlicher als auch zeitlicher Art. Die Hypothese nimmt an, dass dieser Einfluss weder mit der räumlichen noch mit der zeitlichen Entfernung abnimmt. (...) Wie kann es über Raum und Zeit zu Morphischer Resonanz kommen? (...) Befriedigender dürfte aber die Vorstellung sein, dass die Vergangenheit überall potenziell präsent, also gleichsam der Gegenwart aufgeprägt ist. Morphischer Einfluss früherer Organismen könnte für nachfolgende ähnliche Organismen schlicht und einfach gegenwärtig sein. (...) In der impliziten Ordnung sind alle Dinge und Ereignisse zu vollkommener Ganzheit und Einheit ‚eingefaltet’, und diese Einheit liegt gleichsam der expliziten Ordnung der Welt zu Grunde, die wir über unsere Sinne erfahren.“ [3]

Der MIT-Dozent Otto Scharmer sieht in einem Denken der Welt als nicht-getrennter Einheit die Möglichkeit, Tun in der Gegenwart aus einer Position der Zukunft heraus zu gestalten, wodurch Entscheidungen tragfähiger und hochwertiger möglich würden als bisher:

„Die vierte Form von Zuhören nenne ich das schöpferische Zuhören. ‚Ich nehme den Gesamtzusammenhang und eine sich abzeichnende Zukunftsmöglichkeit wahr.’ Diese Art des Hinhörens geht über das Gegenwärtige heraus und verbindet sich mit dem Bereich des In-die-Welt-Kommens und Werdens; das Hinhören auf eine zukünftige Möglichkeit. Voraussetzung ist nicht nur der empathische Zugang zum anderen, sondern die Fähigkeit, Zukunftsmöglichkeiten, die im Entstehen begriffen sind, wahrzunehmen und sich damit zu verbinden. Dies bedarf einer Qualität von Wahrnehmung, die auf dem faktischen und empathischen Zuhören aufbaut und um eine tiefere Qualität von Aufmerksamkeit erweitert wird.“ [4]

* * *

Was hat das alles mit Coaching zu tun?

Vor rund hundert Jahren begründete Sigmund Freud die PsychoANALYSE: dutzende Stunden lang erforschte der Coach das Seelenleben seines Klienten. Die Beratungsformen, sie sich danach entwickelten, wurden dann verbundenheit-4immer kürzer (Psychotherapie, NLP, Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie, Provokative Therapie uam.); immer weniger Stunden sind inzwischen erforderlich, um eine Veränderung in Gang zu bringen.

Und im nächsten Schritt wird es dahin gehen, den Fokus komplett zu ändern und dem Klienten aus einer Position des Eins-Seins heraus Impulse für die Veränderung anzubieten. Hierzu bedarf es auf Seiten der Coaches einer Öffnung nicht nur für den Kopf (Analyse, Denken, Wissen, Methoden...) , sondern auch für Herz und Bauch als die Orte, von denen aus die Einheit wahrgenommen – geFÜHLT – werden kann.

Noch haftet vielen Akteuren, die auf diesem Feld experimentieren und Neues ausprobieren, das Etikett eines esoterischen Spinners an – doch ich bin sicher, dass sich hier in einem immer größer werdenden Tempo Bewertungen und Sichtweisen nachhaltig ändern. Denn mit den bisherigen Methoden werden wir in einer Welt, die wir immer komplexer und sich immer schneller ändernd erleben, nicht mehr bestehen.

Spannende Zeiten…

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[1] Insa Sparrer
Psychologin und – zusammen mit Varga von Kibéd – maßgebliche Entwicklerin der Systemischen Strukturaufstellung SySt ® Zitat aus Renate Daimlers Buch „Basics der Systemischen Strukturaufstellungen“

[2] Website Max-Planck-Gesellschaft Zitat aus:
http://www.mpg.de/6628907/Gitarrenduett?filter_order=LT&research_topic=BM-NB

[3] Rupert Sheldrake
Zitat aus dem Buch „Das Gedächtnis der Natur“

[4] Otto Scharmer Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Autor des Buchs „Theorie U“ Zitat aus einem Gespräch mit der Bertelsmann Stiftung:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_31159_31160_2.pdf

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Im Herzen berührt aus dem Kern wachsen

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herzlich-willkommen

Ich lade dich ein, dich im Herzen berühren zu lassen, um aus deinem Kern heraus zu wachsen.

schluessel-linksAls Einzelperson, als Team, Gruppe, Unternehmen oder Organisation.

Wenn du bereit bist, wieder Kraft und Hoffnung zuzulassen…
Wenn du dich wieder voller Mut der Liebe öffnen willst…
Wenn du die Flamme brennen lassen willst, durch die du mal so herrlich gestrahlt hast…

…dann bist du hier herzlich willkommen. Ich werde dir niemals sagen, was du nun tun sollst. In der Arbeit mit mir kannst du dich ganz in deinem Tempo daran erinnern, was jetzt am besten für dich ist. Nimm dir deine Kraft und deine Eigenverantwortung zurück – in einem Rahmen voller Vertrauen und Wertschätzung.

Hol dir Ruhe und Inspiration. Genieße einen Raum zum Forschen und Gespiegeltwerden. Gönn dir die Möglichkeit, Neues zu erfahren und auszuprobieren.

Ich sage offen, was ich dir nicht anbieten mag: Kluge Ratschläge, oberflächliches Methodentraining und einen Berater, der dich „zieht“, weil du noch nicht selber gehen magst. Daran habe ich keinen Spaß, und meine Arbeit macht mir dann am meisten Freude, wenn ich mit Menschen zusammen sein darf, die aus freien Stücken etwas nehmen wollen, womit sie selber den nächsten Schritt gehen können.

Für diesen fragilen Moment des Umbruchs stehe ich dir mit offenem Herzen und allem, was ich je gelernt und erfahren habe, zur Verfügung. Lass dich berühren, überraschen, verunsichern, erheitern, erschüttern, beruhigen und bestärken – hier darf alles sein so wie du gerade bist. Hol dir deinen persönlichen Schlüssel für deinen eigenen Weg.

Herzlich willkommen!

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