Diese Frage wurde mir in den letzten Tagen oft gestellt: Wie kann ich gezielt an meiner Männlichkeit arbeiten ohne einen Coach zu engagieren, einen Berg Fachliteratur zu lesen oder ein Outdoor-Training zu besuchen?
Aus meiner Sicht gibt es 7 gute alltagstaugliche Ansatzpunkte für selbst-coachende Kerle. Dazu können Sie sich kostenlos ein PDF herunterladen, das diese Punkte in einer Matrix listet mit der Möglichkeit, an den Tagen der Woche einen Haken dranzumachen, an denen mann eine dieser Maßnahmen erfolgreich umgesetzt hat.
Und klar: Je mehr Häkchen pro Woche desto besser...
1. Sich erden und in die Natur gehen
Gehen Sie raus aus Ihren vier Wänden - dorthin, wo Sie Erde unter den Füßen haben, einen See oder einen Fluss riechen, Wald und Bäume sehen oder ein Vögelzwitschern hören. Am besten mit nackten Füßen, bewusst jeden Zentimeter der Kontaktfläche spürend, die Ihren Körper mit der Erde verbindet. Und dann atmen. Tief, bewusst, kraftvoll. Morgens in den ersten 5 Minuten des Tages, mittags in der Pause oder wann auch immer für Sie der beste Moment ist, die Energie von Mutter Erde zu tanken. Wichtig: Lieber kurz und konzentriert-bewusst als lang aber beiläufig.
2. Danken oder etwas für andere tun
Wofür respektieren Sie Ihren Vater? Was verdanken Sie Ihrer Mutter? Über wessen Da-Sein freuen Sie sich? Welchen Luxus dürfen Sie genießen? Mit welchen Stärken und Talenten sind sie gesegnet? Wo hatten Sie Glück? Sagen Sie kurz Danke. Es braucht keiner zu hören, aber sagen Sie es aufrichtig und ehrlich. Und wenn Sie mögen, setzen Sie noch einen drauf und geben der Welt etwas zurück. Eine Geste, ein Wort, eine Tat – eine schöne Möglichkeit kreativ zu sein.
3. Männerfreundschaften pflegen
Es gibt für Männer letztlich nur eine Tankstelle, an der sie ihren Tank mit männlicher Energie auffüllen können: Andere Kerle. Nur unter Männern können wir uns auf unseren männlichen Pol fokussieren und klären, wie unser persönliches und individuelles Bild von Männlichkeit gemalt sein soll. Und wenn wir das gemacht haben, können wir wieder gestärkt hinausgehen und uns als Mann beweisen – bei unseren Frauen, unseren Kindern, unserer Arbeit, in der Gesellschaft. Dazu kommt ein zweiter Aspekt: Es tut unserer Männlichkeit mehr als gut, wenn wir uns nicht nur von unserer Partnerin Rat und Feedback holen und nicht nur mit ihr unsere Themen besprechen sondern auch und immer stärker mit anderen Männern. Denn unsere Frauen sind unsere Frauen und nicht unsere Mamis... Probieren Sie’s aus!
4. Sport treiben und den Körper spüren
Männern tut es im allgemeinen sehr gut, Ihre Physis zu spüren, und dabei geht es um mehr als das Trainieren von Trizepsen und das Posen vorm Muckibudenspiegel. Vielen Männern fällt es leichter in Kontakt mit sich und ihren Emotionen zu treten, wenn sie in Bewegung sind und ihren Körper spüren. Aus gutem Grund haben Initiationsriten, in denen Kerle einen Entwicklungsschritt weiter gehen, immer auch körperliche Komponenten. Außerdem brauchen männliche Wut und Aggression ein (angemessenes!) Ventil. Also: Gehen Sie, laufen Sie, klettern Sie. Nutzen Sie körperbetonte Meditationen und lernen Sie Kampfsport. Fordern Sie Ihren Körper, und achten Sie ihn als Tempel Ihrer Männerseele.
5. Eigene Entscheidungen treffen / Nein sagen
Kennen Sie das auch? Eine Entscheidung steht an und der Kerl sagt „Schatz, was meinst Du?“. Nichts gegen Rücksichtnahme und gemeinsame Absprachen. Aber es darf nicht so weit kommen, dass Männer eine Eigenschaft verkümmern lassen, die aus meiner Sicht eine wesentliche Eigenschaft von Männlichkeit ist: Entscheidungskraft im Zusammenspiel mit Mut und Initiative. In diesem Sinne: Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen. Lernen Sie Nein zu sagen, und lernen Sie Ja zu sagen. Und stehen Sie dazu. Nicht bockig-trotzig, sondern klar und aufrichtig.
6. Präsenz und Qualität erleben
Wie erkennt man einen Mann, der eine männliche Ausstrahlung hat? Er wirkt irgendwie klar, präsent, einfach „da“. Im Hier und Jetzt. Fokussiert, aber nicht verbissen. Sich selber und die andern wertschätzend. Ganz klar in dem, was er gerade tut oder lässt. Das kann man wunderbar im Kleinen üben: Das Abendessen nicht vorm Fernseher oder vorm PC verdrücken sondern als sinnliches Fest genießen. Den Wein trinken, weil er ein grandioser Jahrgang ist und nicht weil er so prima betäubt. Usw. Es gibt tausend Möglichkeiten, sich und seinem Leben präsent und mit einem Sinn für Qualität und Wertschätzung zu begegnen.
7. Mit sich alleine sein ohne Ablenkungen
Wir Männer lieben Spielsachen: Autos, Handys, Rasenmäher. Gadgets aller Art. Wir surfen gerne durchs Internet und sind Meister darin, uns abzulenken. Ein Zeichen reifer Männlichkeit ist die Fähigkeit, allein sein zu können ohne durchzudrehen. In Kontakt mit sich selbst sein zu können, ohne Angst zu haben oder vor Langeweile doof zu werden. Ja, es geht um Klarheit, Ausrichtung und innere Führung. Um das zu trainieren, kann man Meditations-Seminare besuchen oder an einer Visionssuche teilnehmen. Oder einfach beim Busfahren und Warten in einer Schlange mal nicht die E-Mails checken, sondern stattdessen nutzlos aus dem Fenster gucken und neugierig beobachten, was im eigenen Innern gerade passiert.
Nehmen Sie diese Top 7 weder als Dogma noch als Anlass für Burn-Out-befördernden Leistungssport, sondern nutzen Sie sie als erste Anregung für einen männlicheren Alltag voller Lust und Leidenschaft und Kreativität.

Selbst-Coching-Tool für Männer (PDF 881 KB)


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