„Wie Honig und Salz – vom Unterschied mit einem Mann oder einer Frau zu schlafen“. So titelt Nina Bertrandt (Pseudonym?) ihren Erfahrungsbericht in der neuen Ausgabe des Frauenmagazins Emotion.
Die Autorin schildert sehr sinnlich, wie sie nach Sex mit Männern auch sexuelle Erfahrungen mit Frauen machte und macht: „Es ist mit Sicherheit genau so schön, mit einem Mann zu schlafen wie mit einer Frau. Es kommt einfach nur darauf an, wie stark die sexuelle Anziehungskraft wirkt, wie sehr man verliebt ist und wie gut man erotisch zusammenpasst. (...) Beides schmeckt wunderbar und ist etwas komplett anderes.“
Als ich das las, wurde mir wieder mal deutlich, wie schwer sich die meisten Kerle damit tun, Körperlichkeit mit Männern zuzulassen oder gar zu genießen. Eine Körperlichkeit, die nicht aus Auf-Die-Schulter-Hauen oder Gib-Mir-Fünf besteht sondern aus Zärtlichkeit und vielleicht sogar Lust.
Die Angst schwul zu sein oder als schwul zu gelten, steckt sehr tief in den Köpfen der meisten heterosexuellen Männer. Oder kann man sich ernsthaft vorstellen, dass ein Mann in einer Männerzeitung (Playboy, GQ, FHM, MensHealth oder wo auch immer) neugierig von „erotische Alternativen“ spricht und erkennt: „Um zu wissen, was einem fehlt, muss man ja erst mal wissen, was es gibt“?
„Schwul“ ist eines der übelsten Schimpfworte, mit denen sich Jungs untereinander beleidigen. Schwuler Sex wird in vielen Ländern gesetzlich geahndet und moralisch-religiös fast überall geächtet. Was ist los mit den Männern? Mit uns Männern. Warum dieser Hass auf, diese Angst vor körperlicher Nähe zu anderen Männern?
Ein Artikel wie dieser in der Emotion macht mir wieder bewusst, wie viel noch zu tun ist in Sachen Männercoaching. Natürlich geht es nicht darum, dass jeder Mann auch Sex mit Männern haben muss – es geht darum, dass Männer den Mut finden, emotionale oder körperliche Nähe untereinander schön finden dürfen. Weil es Spaß macht, entspannt, tröstet oder stärkt.
Mädchen gehen Hand in Hand über den Schulhof und erwachsene Frauen Arm in Arm zum Shoppen - für Jungs und Kerle im Gegenzug undenkbar. Es geht darum, das wir Kerle uns eine Welt (zurück-) erobern, die uns eine piefige und menschenfeindlichede Moral genommen hat. Es geht um Freiheit – wie immer im Coaching.
(Fotos: © Fotolia.com: Markus Schieder, Andrew Lever Munkat / v.o.n.u.)


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